Contra Mindestlohn

Einkommen nicht erhöht

Ein Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde würde die Einkommen ärmerer Haushalte in Deutschland nicht erhöhen. Denn es müssen die Auswirkungen des Mindestlohns auf Beschäftigung (drohende Arbeitsplatzverluste) und Verbraucherpreise (Anstieg durch größere Lohnkosten) berücksichtigt werden. Nach Berechnungen sind etwa 9 Prozent der Menschen im Niedriglohnsektor von einem Jobverlust aufgrund eines gesetzlichen Mindeslohns bedroht.

Einkommens-Ungleichheiten bleiben:

Viele Niedriglöhner leben in Haushalten mit höheren Einkommen. Zudem werden die ausgleichenden Wirkungen des Mindestlohn durch das Sozial- und Steuersystem abgeschwächt.

Nach Berechnungen von Wirtschaftsforschern würde das Zehntel mit den geringsten Einkommen in Deutschland, durch den Mindestlohn von 8,50 Euro höchstens 900 Euro jährlich oder 10,2 Prozent, an Einkommen gewinnen. Zwar würde der Lohnzuwachs 41 Prozent betragen. Er wird jedoch durch eine Kürzung von Sozialleistungen bzw. höheren Steuern und Abgaben erheblich zusammengestrichen. Ein Einkommenszuwachs von 10,2 Prozent für die ärmsten Haushalte wäre nur möglich, wenn niemand seinen Job verliert. Geht man jedoch davon aus, dass insgesamt 500.000 Arbeitsplätze von der Wirtschaft eingespart werden, halbiert sich der Einkommenszuwachs und beträgt lediglich 5,1 Prozent.

Haushalte der Mittelschicht müssen vor diesem Hintergrund sogar (wenn auch nur geringe) Einkommensverlusten hinnehmen.

Einkommensrückgang

Berücksichtigt man zusätzlich noch die vom Mindestlohn verursachten Preiserhöhungen, so müssen auch die untersten 10 Prozent der Haushalte einen geringen Rückgang ihrer Realeinkommen in Kauf nehmen, der mit etwa 20 Euro jährlich angegeben wird. Haushalte der Mittelschicht müssen mit einem geringeren Einkommen von etwa 250 Euro jährlich rechnen.